Feedback von Dennis Brandt (Tisch 17)

Michael Kratzer, „Künstler und Publisher der neuen Medien aus dem Raum Leverkusen“7 veranstaltete bereits zahlreiche Livestreams aus seiner Küche heraus. Gerade in der Corona-Krise war das, laut Herrn Kratzer, „eine gelungene Abwechslung“. So hatte er, um nur eine Band zu nennen, die Punkrock- und Jazz-Band aus dem Ruhrgebiet, „Tisch 17“, zu Gast.

von Carina Steffen und Dennis Brandt | “Deutsche Pop” Hausarbeit

Dennis Brandt, eines der Mitglieder der Band erzählte sehr bildhaft, wie es sich anfühlte vor der Kamera und ohne Publikum aufzutreten. Herr Kratzer machte seine Wohnung kurzer Hand zum Studio. Er verwandelte nicht nur seine Küche – mit abgedunkelten Fenstern, gut ausgeleuchtet und Kameratechnik – sondern baute in seinem Wohnzimmer Bild- und Tonregie sowie Übertragungstechnik auf …

Herr Brandt beschrieb den Unterschied zwischen „live auf der Bühne und live im Netz“ als kaum spürbar, da Herr Kratzer dem Publikum und der Band die Möglichkeit bot via Live-Chat zu kommunizieren. Dies ist nur nicht immer der Fall. Als gelungen Abschluss erzählte er, dass die Band sich im „Nachhinein selbst im Mitschnitt sehen konnte und einstimmig beschloss „Jederzeit wieder!“.“

Dennis Brandt von Tisch 17

Einblick von Dennis Brandt („Tisch 17“)

Mitten in der Corona-Pandemie bot sich uns als konzerterfahrene Punkrockband zum allerersten Mal die Möglichkeit, unser verrücktes und teils musikkabarettartiges Programm, das bis dahin immer zu einem großen Teil von der Interaktion mit dem Live-Publikum gelebt hatte, als streamingfähig über eine Internetplattform namens Twitch virtuell aufzuführen.

Hierzu waren wir nach Leverkusen eingeladen, zu einem Typen namens „Der Kratzer“. „Der Kratzer“ ist selbst Künstler, Videograph, Zeichner, Webdesigner, Texter. Ich hatte ihn bei einer anderen Gelegenheit zuvor bei einem solchen Streaming-Gig kennengelernt. Jetzt fuhren wir zu ihm. Was das genau werden sollte, war keinem von uns vorher so ganz klar. Erwartete uns etwa ein professionelles Studio? Wir waren ganz gespannt.

An der Adresse, einer Leverkusener Arbeitersiedlung, angekommen öffnete uns ein entspannter Micheal Kratzer dann unerwartet – barfuß und in legerer Stimmung – seine Privatwohnung. In den Räumen war alles, was man so zu Leben und Wohnen braucht, ein anständiges und wertiges Studio integriert. Ein Aufnahmeraum mit Kameratechnik und Bühne, abgedunkelt und gut ausgeleuchtet und ein Raum mit Bild- und Tonregie und Übertragungstechnik. Die übrigens gastfreundliche und sehr lockere Stimmung ließ und sofort klar werden, dass dies ein gelungener Abend werden konnte.

Nach etwas Hektik beim Aufbau und Soundcheck – wir waren wegen des Hochwassers viel zu spät eingetroffen – starteten wir mit einer Verspätung von etwa 20 Minuten den Stream. Unsere Follower und wir hatten diesen Jungfernflug gut beworben. So hatten sich pünktlich zum Start schon nicht wenige Zuschauer in der Plattform eingefunden. Das Publikum hatte die Möglichkeit während des Streams in einem Live-Chat zu kommunizieren, Fragen zu stellen, Lieder zu wünschen und über einen Spendenbutton sogar eine frei bestimmbare Summe Geld zu senden. So war der Unterschied zwischen live auf der Bühne und live im Netz kaum zu spüren. Ganz im Gegenteil – der Nervenkitzel und das Neue waren für uns unheimlich unterhaltsam, spannend und aufregend. Wir hatten am Ende über zwei Stunden perfomen können neue Zuhörer gewonnen, alte behalten und alle begeistert. Die private Atmosphäre und der ständige Talk zur Regie sorgte ebenfalls über allerseits Amüsement. Im Nachhinein konnten wir uns selbst im Mitschnitt sehen und beschlossen einstimmig „Jederzeit wieder!“